Lieben Leben Reisen

Reiseblog mit Liebe zu Hochzeiten und dem Leben

Poas Vulkan: Hoffen auf Nebel-Lücken

Mehrmals bin ich in der Nacht aufgewacht, immer war es noch dunkel – doofer Jetlag. Endlich wird es heller, aber dann fängt es an zu regnen – wieso denn bloß? Einmal mach ich noch die Augen zu, kurze Zeit später werde ich vom Hahn geweckt: die Sonne ist herausgekommen. Voller Vorfreude fahren wir immer höher zum Poas Vulkan, doch dann zieht es sich wieder zu. Dicke Nebelschwaden versperren uns die Sicht…ob das noch was wird?

Am Eingangs-Häuschen dann die große Enttäuschung: der Wärter kann auf seinen Kameras sehen, dass man nichts, aber auch wirklich gar nichts sehen wird. Wir könnten es zwar versuchen, aber er würde es uns nicht empfehlen. Der Eintritt zum Poas kostet $15 pro Person, egal ob man etwas sieht oder nicht. Wir sind hin- und hergerissen, wir wollten doch endlich mal einen Vulkankrater vor Augen haben, aber wenn dieser eh nicht zu sehen ist?!? Wir kehren um und fahren traurig die Serpentinen wieder herunter.

Plötzlich klart es wieder auf. Ich kann sogar die Sonne sehen und mir scheint, als würden die Sonnenstrahlen jede einzelne Nebelschwade verjagen. So eine tolle Sicht hatten wir vor ein paar Minuten noch nicht. Was tun? Noch sind wir nicht weit gefahren – wir kehren wieder um.

Der Wärter lacht und schaut noch einmal auf seine Kamera. Wenn der Wind noch etwas stärker wird, könnten wir vielleicht doch noch Glück haben sagt er und kassiert die 15.000 Colones (für 2 Personen). Jetzt aber schnell zum Parkplatz weiter. Hier achtet ein Einweiser genau darauf, dass alle Autos rückwärts einparken und die erforderlichen Abstände einhalten. Warum so kleinlich? Na, damit bei einem Vulkanausbruch alle so schnell wie möglich wieder wegfahren können, ist doch logisch oder ;-))

Der Weg bis zum Kraterrand soll 30 Minuten dauern. Wir sind aufgeregt und gehen vielleicht einen Tacken schneller als sonst und schwupps – nach nur 10 Minuten sind wir da und wir haben Glück. Ein französisches Pärchen erzählt uns, dass der Nebel erst seit 2 Minuten zur Seite gewichen ist. Wir haben eine richtig geniale Sicht auf den Krater des Poas Vulkans:

Kraterrand Poas Vulkan

Kraterrand Poas Vulkan

Der Nebel kämpft sich links und rechts schon wieder in Richtung Krater. Lange werden wir diesen Anblick nicht mehr haben, aber das ist nicht schlimm. Beim Poas Vulkan kann man sich auf nichts verlassen und muss mit allem rechnen. Innerhalb von Minuten oder Sekunden kann eine tolle Sicht verschwinden oder aber auch ein „unsichtbarer“ Krater kann plötzlich wieder auftauchen. Auf dieses Risiko muss man sich bei einem Besuch des Poas Vulkans einlassen, mit etwas Glück wird man belohnt.

Vom Krater aus führt ein weiterer Wanderweg durch einen schönen dunklen Wald bis zu einer Lagune. Auch diese kann mit etwas Pech komplett im Nebel verschwinden, aber wir haben das Glück mit Löffeln gefressen und können auch hier tolle Fotos machen:

Lagune Botos beim Poas Vulkan

Lagune Botos beim Poas Vulkan

Als dann noch eines der bekannten Poas-Eichhörnchen unseren Weg kreuzt ist der Ausflug einfach perfekt. Besser hätte es für uns nicht laufen können. Der Rückweg durch den Wald ist etwas weiter als gedacht und auch ein bisschen anstrengend. Gerade das letzte Stück geht sehr steil bergab, hier muss man gut aufpassen, dass man nicht wegrutscht.

Eichhörnchen am Poas Vulkan

Eichhörnchen am Poas Vulkan

Nach ca. einer Stunde sind wir wieder am Parkplatz und verlassen den Poas Vulkan mit einem Riesen-Grinsen. Am Tag vorher hatten wir bereits den perfekten ersten Tag in Costa Rica bei den La Paz Waterfall Gardens.

Auf Youtube könnt ihr eine Zusammenfassung der beiden Ausflüge sehen.

Dieser Beitrag darf gerne geteilt werden:

8 Comments

  1. Oh wie cool! Da hattet ihr also mehr Glück als ich :D
    Aber da zeigt sich mal wieder, dass sich das Warten am Poas doch lohnen kann und man nicht sofort aufgeben sollte.
    Liebe Grüße und natürlich Pura Vida!

    • Liebe Jessi,
      dir auch Pura Vida (du bist ja gerade sogar noch in Costa Rica oder?). Das war echt ein Riesen-Glück für uns an unserem ersten ganzen Tag in Costa Rica – besser hätte der Urlaub nicht anfangen können. Das Wetter und der Nebel in Costa Rica ist echt nicht vorhersehbar, manchmal bracht man einfach eine Portion Glück. Vielleicht schaffst du es ja nochmal hin? Oder du fährst mal ins Rincon de la Vieja, da gibt es einen kleinen „Volcancito“, das ist als würde man in einen kleinen Krater gucken.
      LG Annika

  2. Liebe Annika,
    mensch, da hattet ihr am Ende noch richtig Glück, denn die Fotos sind toll geworden, vorallem weil man einen Schleier des Nebels erkennen kann. Weil die Wetterlage wohl so unvorhersehbar und ungewiss am Poas ist, macht es einen Ausflug doch gerade so speziell, oder?

    Viele Grüße aus New York,
    Stefanie

    • Liebe Stefanie,
      ja wir konnten unser Glück echt kaum fassen. Gerade die Klimazonen machen ganz Costa Rica zu etwas ganz besonderem. Der Ausflug zum Poas ist in jedem Fall toll, weil man ja auch durch den Nebelwald wandern kann. Aber der Blick auf den Kraterrand ist schon ein Highlight!
      Lg Annika

  3. Pura Vida Annika,

    da freue mich jetzt schon auf meinen Ausflug zum Poas-Vulkan, den ich im Januar machen möchte.

    Das Bild vom Eichhörnchen ist klasse! Und bei schönem Wetter kann jeder schöne Fotos machen – ich finde die Bilder mit Nebel, die vom unsicheren Wetter zeugen, richtig aussagekräftig. In gewisser Weise habt Ihr da auch Glück gehabt. Das Wetter in den Bergen kann sich immer schnell ändern – egal, ob in Costa Rica oder den Alpen. Das gehört dazu!

    Gut, dass Euer Bauchgefühl gesagt hat, dass Ihr umkehrt und einen Versuch wagt und Ihr auch zugehört habt!

    Fussige Grüsse, Jana

    • Liebe Jana,
      Pura Vida! Ja besuche den Poas Vulkan auf jeden Fall. Ich drück dir die Daumen, dass der Nebel dir auch ne Lücke lässt!
      LG Annika

  4. Ich habe den Artikel gelesen, weil du dich an einem neuen Stil versucht hast und ich sehen wollte, wie gut das funktioniert :-) Und weil Kommentiert-Sonntag war.

    Ich find’s gut! Mir war’s ein bisschen zu kurz, zu gehetzt erzählt, aber ich denke, das kannst du fortführen! Am Ende noch eine kurze Infobox mit den harten Fakten, fertig.

    Extrem gestört hat mich die fette Formatierung, weil ich dachte, dass jetzt ein wichtiger Fakt kommt – das hat den Text für mich beschleunigt. ich denke, wenn du erzählst, musst du nicht mit Hilfe der Fettformatierung gliedern, sondern kannst erzählen. Charmanter, weil unauffälliger, finde ich Links – dann hätte man die wichtigsten Fakten nachgucken können, aber es schreit nicht so sehr wie ein fettes Wort :-)

    • Liebe Evy,
      vielen Dank für dein Feedback, da werde ich mir mal ein paar Dinge für meinen nächsten Storytelling-Beitrag merken und versuchen umzusetzen. Die Fakten könnte zum Poas könnte ich unten echt mal ergänzen – das ist ein guter Hinweis!
      Lg Annika

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht angezeigt.

*